Plaza Colón - Dritter Teil

Plaza Colón in Cordoba - Der Brunnen

Jetzt widmen wir uns dem fast sechs Meter hohe Zierbrunnen im Herzen des Platzes, der aus zwei übereinander liegenden, reichlich geschmückten Becken besteht. Angeblich stand er damals auch im Zentrum des Kristallpalasts.
Unter dem größeren Becken zieren den achteckigen Turm („Paso de los vientos“ oder „Passage der Winde“ genannt) vier Statuen: der römische Meeresgott Neptun (unter den Griechen als
PoseidonTooltip image

Poseidonstatue im Nymphenburger Park mit Dreizack

bekannt) und seine Frau Amphitrite, der sterbliche Akis und die Nereide
GalateiaTooltip image

Der Triumph der Galateia, - Gemälde von Raffael, ein Fresko, das 1513 für die Villa Farnesina in Rom angefertigt wurde. Galateia ist eine Nymphe der griechischen Mythologie, eine der Nereiden, d.h., eine Tochter des Nereus und der Doris.

, Amphitrites Mutter.

Der Legende nach war
AmphitriteTooltip image

Korinthische Abbildung von Amphitrite (ca. 575–550 v. Chr.)

eine der 50 Nereiden, die an Neptun verschenkt worden waren. Sie heiratet den Meeresgott und gemeinsam mit ihm beschütz sie Seeleute auf ihren gefährlichen Reisen. Es ist eben in dieser Erzählung, dass der Mythos der Meerjungfrauen, die durch ihren betörenden und bezaubernden Gesang die vorbeifahrenden Matrosen anlocken, um sie dann zu töten, seinen Ursprung hat.

Was Galatea angeht, sie hatte einen geliebten, nämlich den Hirtenknaben Akis, der mit am Brunnen sitzt, und der vom Zyklop Polyphem, mit dem Galatea verbunden war, ermordet wurde, worauf die Nereide das vergossene Blut von Akis in einen Fluss verwandelte.


Paso de los Vientos


An dem „Passage der Winde“ Turm können wir die Gottheiten des Windes betrachten, die acht an der Zahl sind (u. A. Boreas, Euros, und Notos). Äolus ist übrigens der Windgott, der von Zeus zum Herrscher über die verschiedenen Winde ernannt wurde.
Rechts, auf der äußeren Seite des großen Beckens, erkennt man einen der Windgötter wieder, der diesmal eine andere Gestalt annimmt.


Erwähnenswert ist es, dass Mathurin Moreau, der Künstler hinter diesem Brunnen, sich wohl an den achteckigen Turm der Winde in Athen angelehnt hat, der am Ende der Αιόλου (Äolus)-Straße liegt. An jeder der acht Seiten über der dort eingebauten Sonnenuhr befindet sich jeweils eine Reliefdarstellung von einem der Windgötter.
Arbeiten wir uns weiter nach oben, treffen wir auf die Wesen rechts, die ungefähr wie Fische aussehen. Das sind aber keine Fische, sondern Tritonen, Söhne des Meeresgottes Neptun und sein Heer zugleich.

Gleich darüber, rings um den Schaft sieht man eine "Kinder-Kette" - eine Gruppe von Kindern, die sich an den Händen hält. Es könnte sich um Halbgötter handeln. Was bzw. wen sie darstellen, ist nicht eindeutig zu sagen. Sie tragen Lorbeerkränze und haben Armbänder an den Armen. Nach der griechischen Mythologie wären Götter bei ihren Schlachten von Opfergaben darbringenden Priestern und von halbnackten, Lorbeerkränze tragenden Kindern begleitet gewesen.
Auf der Unterseite von der kleineren Schüssel sieht man Muscheln, ein beliebtes Motiv in der Kunst, besonders im Barockzeitalter, wobei es interessant zu wissen ist, dass man Muschelmotive oft auch in Kirchen entdecken kann, und nicht ohne Grund, denn die Muschel war ein altes christliches Symbol, Sinnbild für Jesus Grab, die Jesus, die „wertvolle Perle“ schützt.
Die Muscheln treten an den Rand des großen Beckens zwischen den Tritonen wieder auf. Dazwischen prangt eine Seerose, eine „Nymphe“ sozusagen (Bild gleich unten).
Botaniker haben die Seerose "Nymphaea" getauft und bei dem Namen und ihrer Schönheit kann man sicher kaum anders als unwillkürlich an Wassernymphen denken. Tatsächlich kommt die Seerose bereits in der griechischen Mythologie vor: eine Nymphe verliebte sich in Herakles, der diese Liebe nicht erwiderte, wobei ihr Herz gebrochen wurde und sie danach starb. Die Götter waren aber dermaßen von ihrer Liebe berührt, dass sie als Seerose wieder zum Leben erweckten.

Links bewundern wir die Nereide, eine andere Nymphe, die eine große Muschel aus der Familie der Tritonsschnecken (Charonia tritonis) in ihrer rechten Hand hält. Der Künstler hat wohl kaum etwas dem Zufall überlassen, denn sogar die Muscheln auf dem Brunnen tragen in ihren wissenschaftlichen Namen mythologische Namen, und seltsamerweise ist Triton Neptuns Lieblingssohn, der in der Kunst oft auf seinem Schneckenhorn blasend dargestellt wird. Tritonsschnecken sind Weichtiere, deren Gehäuse man als Gefäße zur Aufbewahrung von Flüssigkeiten - allen voran für Wein und Öl – verwendete, die für die Götter bestimmt waren.

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